Feldmusik Seewen
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Brasskonzert ohne Worte, aber mit viel Witz

Am Freitagabend war das Ensemble Mnozil Brass im MythenForum in Schwyz zu Gast. Über 500 Zuschauer wollten sich das Spektakel – eine Mischung aus Komik und musikalischer Darbietung auf hohem Niveau – nicht entgehen lassen.

Von Stefan Vogel, Bote der Urschweiz, 25.05.2009

Schwyz. – Mnozil Brass zog das Publikum bereits in den ersten Minuten mit seinem Spielwitz in den Bann. Dem Ensemble gelingt es mit einem Minimum an Requisiten und ohne jegliche Worte, kurze Geschichten zu erzählen. Etwa dann, als sie kurz vor der Pause den glorreichen Sieben gleich auf unsichtbaren Gäulen auf die Bühne ritten, steif aus dem unsichtbaren Sattel stiegen und sich o-beinig in den unsichtbaren Saloon begaben.

Artistische Multitasking-Einlage
Oft entpuppten sich scheinbar zufällige Details als wichtig für den weiteren Verlauf. Etwa dann, als sich Leonhard Paul auf einen Stuhl setzte, Schuhe und Socken auszog und mit den Socken genüsslich zwischen den Zehen durchfuhr.Was wie eine witzige Macke wirkte, hatte durchaus seine Bedeutung: Nacheinander betraten die beiden Posaunisten Gerhard Füssl und Zoltan Kiss die Bühne und knieten sich neben Leonhard Paul nieder. Dieser klemmte doch tatsächlich die beiden Posaunenzüge zwischen die Zehen, währenddem die beiden weiterspielten. Doch damit nicht genug: Thomas Gansch und Robert Rother traten neben das seltsame Trio, und Leonhard Paul griff in die Knöpfe. Jetzt versteht man auch die Macke mit der Socke: Mit schweissigen Füssen hätte das Ganze wohl nicht so gut funktioniert.

Gewitter entlädt sich
Dass die sieben Österreicher trotz aller Comedy in erster Linie brillante Musiker sind, stellten sie im Verlaufe des Abends immer wieder eindrucksvoll unter Beweis. Bekannte und weniger bekannte Melodien von Klassik bis Pop spielen sie auf ihre ganz eigene Art: Dabei zerschnipseln sie die Musikstücke teils bis zur Unkenntlichkeit und zaubern an ganz unerwarteter Stelle ein neues aus dem Hut hervor, nur um wenig später bereits wieder ein weiteres erscheinen zu lassen – «Magic Moments» halt eben. Und wehe, wenn sie dann so richtig in Fahrt kommen, dann bricht ein wahres 16tel-Gewitter über die Zuschauer herein: Das tiefe Donnergrollen von Wilfried Brandstötters hervorragend gespielter Tuba vermischt sich dann mit den prasselnden Posaunenklängen und den aufblitzenden Trompetenmelodien zu einem ohrenbetäubenden Hörerlebnis. Aber die Musiker können ihr Temperament durchaus zügeln. Als nämlich Robert Rothers Trompete während eines magischen Momentes in eine Klarinette verwandelt wurde und er zur «Moonlight Serenade» ansetzte, begleiteten die übrigen Blechbläser das schmalzige Klarinettensolo samtweich. Mnozil Brass bot dem Publikum äusserst vielfältige Unterhaltung. Daniel Mätzener von der Feldmusik Seewen zeigte sich höchst zufrieden mit dem Abend.

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