Feldmusik Seewen
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Heisse Blasmusik im kühlen Eisstadion

Blasmusik im Eisstadion ist etwas gewöhnungsbedürftig. In Seewen kam bei den Zuhörern im Zingel schnell Stimmung auf.
Von Silvio Kohler, Neue Schwyzer Zeitung, 11. Juni 2007

Unter dem Motto «Heiss» spielten die Seewener ihr erstes Konzert im Zingel, welches extra hierfür zurechtgemacht worden war. Dementsprechend legten sie gleich los mit dem Stück «Start up the Band», um schon mal für etwas Wärme im ansonsten eisigen Ring zu sorgen.
Dann doppelten Dirigent Alex Maissen und seine Musikanten mit etwas besonders Explosivem nach: «Pompeji», ein konzertantes Blasmusikwerk, erzählt die Geschichte jener stolzen römischen Stadt am Vesuv, die 79 n. Chr. durch einen unerwarteten Ausbruch des «Hausbergs» eingeäschert wurde. «Pompeji» hatte die FMS bereits letztes Jahr erfolgreich am Eidgenössischen Musikfest in Luzern dargeboten und zählte zu den Höhepunkten des Konzerts im Zingel.

«Behämmerte» Trommeleinlage
Danach kam das Publikum zu einer Weltpremiere. «Der tolle Hecht» wurde eigens für die Feldmusik Seewen komponiert und am Samstag erstmals vorgeführt. Das spannungsgeladene Stück beschreibt den Alltag eines Hechts im Lauerzersee, der des Nachts auf die Jagd geht und sich dann wieder in seine Höhle zurückzieht. Mit «Donauwellen», einem gemütlichen Walzer, ging es weiter, bevor der Konzermarsch «Blaze Away» (auf Deutsch: Feuer frei!) noch einmal einheizte.

Während die Musikanten sich darauf in die wohl verdiente Pause begaben, sorgten nun die Trommler des Tambourenvereins Schwyz für feurige Unterhaltung. Zu ihren Geschossen zählten die choreografisch angereicherten «Jack Daniels» und «Dixie & Dittie» sowie das mit Gummihämmerchen auf Mülltonnen und Arbeiterhelmen gespielte «Hammers». Hammer! «Freestyle» beendete die unterhaltsame Einlage der Tambouren.

Arielle und die Brandstifter
Im zweiten Teil kam das Konzertmotto noch einmal gut zur Geltung: «Fire & Ice» lautete der passende Titel dieses schweren Stücks, das von heissblütigen Skifahrern handelt. Daraufhin tauchten die Gäste mit «Arielle», der Meerjungfrau, in den Ozean. Das «Little Mermaid Medley» sorgte für karibisches Flair in der Halle. Dagegen erzählt «Backdraft» aus dem gleichnamigen Film von grimmigen Brandstiftern in Chicago, und das Schlussstück «Celtic Fire» hinterliess einen Hauch von irischem Volkstanz. Das sehr spezielle und gelungene Konzerterlebnis wurde abgerundet durch anschliessenden Barbetrieb und Tanzmusik.

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