Feldmusik Seewen
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FM Seewen holte Meistertitel

Die rund 40 Mitglieder der Feldmusik Seewen hatten sich viel vorgenommen für das Schweizer Blasmusikfestival. Dass aber gleich der erste Rang herausschauen würde, das war dann doch eine saftige Überraschung.
Bote der Urschweiz, 16. Oktober 2008

Seewen. – Dass eine schwyzerische Harmoniemusik an einem «Eidgenössischen» mit dem Sieg nach Hause kommt, das liegt vermutlich sehr lange zurück. Die Feldmusik Seewen hat dies am 2. Schweizer Blasmusikfestival in Mels in der dritten Stärkeklasse geschafft, und zwar mit 89,33 Punkten sehr deutlich, mit 8 Punkten Abstand auf den Zweitplatzierten.

Willerzell hat als Brass-Formation in der gleichen Stärkeklasse übrigens ebenfalls den Sieg nach Hause geholt, aber doch mit 84 Punkten deutlich schwächer benotet. Steinen, in der zweiten Stärkeklasse, wurde mit 90 Punkten besser benotet, aber von zwei Mitkonkurrenten noch übertroffen.

Drei Monate hart geübt
Was steckt hinter diesem Erfolg der Seewener? Wie Dirigent Alex Maissen erklärte, habe man eine Rangierung unter den ersten drei angepeilt. Damit liess sich die Formation auch entsprechend motivieren. Drei Monate lang habe man «hart geprobt», einerseits das Pflichtstück «Crunchy Starter» und dann die drei kombinierten Selbstwahlstücke, darunter das tückische «Aquarius» aus «Hair». Beim Vortrag selber, der logischerweise mit einer gewissen Nervosität angegangen worden ist, sei es generell gut gelaufen, auch einige heikle Klippen wurde, erklärte Maissen. «Die Tagesform hat sicher eine Rolle gespielt.» Aber auch die ausgeglichen starke Besetzung der Register und eben die Probenarbeit und das ständige Feilen am Vortrag.

Breites Repertoire
Dass die Feldmusik Seewen an diesem nationalen Wettbewerb für Unterhaltungs-Blasmusik mitgemacht hat, entspricht ihrer Strategie. «Wir sind eine Dorfmusik, die aber nicht nur Märsche und Polka spielt, sondern auch Konzertstücke und eben Unterhaltungsliteratur», bestätigte Maissen, der das Korps seit zehn Jahren führt. Damit versuche man die musikalischen Präferenzen aller Generationen unter einen Hut zu bringen und so den Bestand zu halten. Allerdings gebe es auch Nachwuchsprobleme, bestätigte Maissen. Am einfachsten sei es jeweils, wenn man eine ganze Gruppe von jungen Leuten aus der Jugendmusik ins Harmoniekorps aufnehmen könne. Dann sei die Intregration leichter.

Das Blasmusik-Festival ist seinerzeit auch ins Leben gerufen worden, um Show-Elemente bei den Vorträgen zulassen zu können. Diese Entwicklung hin zu umfassenden Aufführungen ist bei zahlreichen Blasmusikvereinen an ihren Jahreskonzerten nicht zu übersehen. Die Feldmusik Seewen hat jedoch in Mels in der Kategorie ohne Show teilgenommen. Wie Maissen erklärte, bestehe sonst die Gefahr, dass das Musikalische unter den Show-Elementen leide.

Kaum zu Hause, hat Seewen bereits sein nächstes Ziel ins Auge gefasst. Sicher sei das Schwyzer Kantonale Musikfest 2010 ein Thema, sofern dafür Organisatoren gefunden werden können und es stattfinden werde, wobei dieses Fest dann als Vorbereitung auf das Eidgenössische Musikfest von 2011 in St. Gallen verstanden wird.

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